Tipps zum kostengünstigen Bauen
Wie können Sie die Baukosten senken?
Bauen in
Deutschland ist teuer. Im Durchschnitt muss jeder Bauherr neun
Jahresgehälter in sein neues Haus investieren. Aber es gibt viele
Möglichkeiten, die Baukosten spürbar zu senken. Hier ein paar
Hinweise, wo Sie ansetzen können.
Maklergebühren teilen
Bei der Vermittlung einer
gebrauchten Immobilie bzw. eines Baugrundstücks durch einen Makler soll
meist der Käufer dem Vermittler ein Erfolgshonorar ("Courtage") in Höhe
von ca. 3,5 bis 6 % des Kaufpreises bezahlen. Bestehen Sie bei den
Vertragsverhandlungen darauf, dass der Verkäufer 50 % der Kosten
übernimmt.
Erbbaugrundstücke
Um die Kosten für den Erwerb
eines Grundstückes zu sparen, besteht vielleicht die Möglichkeit, ein
Grundstück mit Erbbau zu pachten. Sie pachten das Bauland, statt es zu
kaufen. Erbbauland wird von Gemeinden und Kirchen, aber auch von
Unternehmen oder Privatpersonen ausgewiesen. Der Erbbaugeber verpachtet
das Grundstück in der Regel 99 Jahre an den Erbbaunehmer. Der
Erbbaunehmer zahlt dafür einen Erbbauzins. Er liegt mit anfangs
jährlich 4 % deutlich unter den Hypothekenzinsen. Nach Ende der
Pachtzeit gehört das Grundstück mit dem Haus dem Erbbaugeber.
Allerdings muss er dafür dem Erbbaunehmer eine Entschädigung zahlen.
Die Vertragspartner sollten bereits bei Vertragsabschluss festlegen,
nach welchen Kriterien der Wert des Hauses später berechnet werden
soll. Oder man vereinbart eine Kaufoption für das Grundstück zu einem
späteren Zeitpunkt.
Selbstbauhäuser
Einige Unternehmen haben sich
auf den Selbstbau spezialisiert. Sie bieten Häuser aus dem Baukasten
an, stellen Werkzeuge, leiten an und überwachen die fachliche Qualität
der Arbeiten. Auf diese Weise können Sie Ihr Eigenheim in Eigenregie
erstellen. Aber auch hier ist es wichtig, dass Sie Ihre Fähigkeiten und
Ihre Zeit realistisch einschätzen.
Kompakte Bauweise
Ein gradliniger Grundriss und
der Verzicht auf Erker spart nicht nur Baukosten, sondern mindert auch
den Energieverbrauch eines Hauses. Größere Außenoberflächen eines
Gebäudes mit An-, Auf- und Vorbauten müssen beheizt werden.
Offener Grundriss
Ein offener Wohnbereich mit
einer Mehrfachnutzung vermindert die benötigte Gesamtgrundfläche eines
Hauses. Ist zum Beispiel der Wohn-, Ess- und Küchenbereich durch
geschickte Planung gemeinschaftlich nutzbar, kann die Gesamtfläche für
die drei Bereiche reduziert werden. Dies spart Zwischenwände, die
wiederum Material- und Lohnkosten verursacht hätten.
Bauen mit einem Bauträger
Bauträger
bauen Häuser oft in großen Stückzahlen, das senkt die Kosten. Dabei
handelt es sich um standardisierte Häuser. Viele Bauträger bieten aber
genügend Spielraum für die Wünsche und Vorstellungen des Bauherren. Bei
der Auswahl des Bauträgers sollten Sie sich eingehend über das
Unternehmen informieren, von dem Sie Ihre Wunschimmobilie errichten
lassen.
In der Makler- und Bauträgerverordnung hat der Gesetzgeber
einen gewissen Schutz für den Bauherrn festgelegt, zum Beispiel wann
welche Zahlungen zu leisten sind:
- 30,0 % nach Beginn der Erdarbeiten
- 28,0 % nach Fertigstellung des Rohbaus
- 17,5 % nach Fertigstellung der Rohinstallation
- 10,5 % nach Abschluss der Glaser- und Tischlerarbeiten
- 10,5 % nach Bezugsfertigkeit und Übergabe
- 3,5 % nach vollständiger Fertigstellung und Beseitigung aller Mängel.
Eigenleistungen/Nachbarschaftshilfe
Wer selbst oder
zusammen mit Freunden und Bekannten beim Bau eines Hauses Hand anlegen
kann, spart viel Geld. Zum Beispiel Arbeiten wie Malern, Tapezieren
oder Fliesen legen, können mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst
erledigt werden. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre handwerklichen
Fähigkeiten und Ihre Ausdauer nicht überschätzen. Außerdem ist zu
beachten, das die freiwilligen Helfer bei der zuständigen
Bau-Berufsgenossenschaft anmelden und vor Unfällen versichern. Der
Bauherr muss die Unfallverhütungsvorschriften beachten und die
festgesetzten Beiträge an die Berufsgenossenschaft abführen.
