Der Sonne entgegen - Warmwasser und Strom dank Solarenergie
- Photovoltaik: Strom dank Sonnenkraft
- Solarthermie für Warmwasser und Heizung
- KfW-Förderkredite für Ökologisches Bauen und Sanieren
- Weitere Fördermaßnahmen
In den vergangenen Jahren hat sich der Preis für Rohöl nahezu verdoppelt. Begrenzte Erdölressourcen und die gleichzeitig weltweit steigende Nachfrage nach Energie werden den Ölpreis zukünftig noch weiter in die Höhe treiben. Verbraucher müssen nun allesamt tief in die Tasche greifen, denn auch Erdgas wird durch die traditionelle Kopplung an den Ölpreis teurer. Schonung für Haushaltskasse und Umwelt können jedoch alternative Energiekonzepte bieten, die sogar staatlich gefördert werden.
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses
Foto: SunTechnics
Die Sonne spendet uns Tag für Tag kostenlos Energie und Licht. In Deutschland liegt die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung bei 1.000 kWh pro Quadratmeter. Das entspricht einem Energiegehalt von 100 Litern Öl und genügt, um auch in unseren Breitengraden mit Solaranlagen einen Großteil der benötigten Energie aus Sonnenkraft zu erzeugen. Dabei bleibt die umweltfreundliche Nutzung der Sonnenenergie nicht nur auf öffentliche Bestrebungen zur Energieerzeugung beschränkt. Auch für Eigenheimbesitzer und Bauherren lohnt sich die Investition in ein effizientes Solarsystem. Die Sonnenenergie lässt sich auf mehrere Arten nutzen – zur Stromerzeugung (Photovoltaik) oder Warmwasseraufbereitung (Solarthermie).
Photovoltaik : Strom dank Sonnenkraft
Das Prinzip des Photovoltaik ist fast 200 Jahre alt: Schon 1839 entdeckte der französische Physiker Becquerel, dass Licht Spannung erzeugen kann, wenn es auf bestimmte Stoffe fällt. Kleinste Einheit der heutigen Photovoltaik-Anlagen ist die Solarzelle, die meist aus Silizium gefertigt wird. Die Zellen sind in einem Solarmodul so miteinander verschaltet, dass Strom fließen kann. In einem Wechselrichter wird der so produzierte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und ins öffentliche Stromnetz eingespeichert, das als Speicher für die Photovoltaik-Anlage dient.
Für die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz erhält der Hausbesitzer nach dem „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ (EEG) eine garantierte Vergütung von derzeit 51,8 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2006). Für in Fassaden integrierte Solargeneratoren wird zusätzlich ein Bonus von 5 Cent/kWh vergütet. Die garantierte Mindestvergütung für den Solarstrom nimmt jährlich um 5 % ab.
Die Installation einer Photovoltaik-Anlage lohnt sich in allen deutschen Regionen. Einen optimalen Stromertrag erzielt man durch die Montage auf südlich ausgerichteten Flächen mit einer Neigung von rund 30 Grad. Neigungswinkel bis 60 Grad sowie Abweichungen nach Südwest oder –ost reduzieren den Ertrag minimal, Verschattungen durch Nachbargebäude oder Bäume können den Energieertrag hingegen deutlich verringern. Im Allgemeinen erwirtschaftet eine Anlage von rund zehn Quadratmetern jährlich rund 800 kWh Solarstrom. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr ca. 3.000 kWh.
Indachmontage eines Flachkollektors
Foto: Westerstede Solar e.V.
Die Installation der Anlage geht zügig vonstatten und nimmt selten mehr als ein bis zwei Tage in Anspruch. Die Solarmodule können als Aufdach-, Indach- oder Fassadenmontage angebracht werden, eine Freiaufstellung ist ebenfalls möglich. In den meisten Bundesländern ist die Photovoltaik-Installation genehmigungsfrei, es empfiehlt sich jedoch, entsprechende Informationen beim zuständigen Bauamt einzuholen. Für denkmalgeschützte Gebäude besteht grundsätzlich Genehmigungspflicht.
Solarthermie für Warmwasser und Heizung
Bei
solarthermischen Anlagen wird die Kraft der Sonnenstrahlen durch
Kollektoren in Wärmeenergie umgewandelt. Hierzulande wird Solarwärme
meist für die Warmwasseraufbereitung eingesetzt. Wie beim Photovoltaik
eignen sich auch hier am besten südlich ausgerichtete und schattenfreie
Dachflächen mit einem Neigungswinkel zwischen 20 und 60 Grad. Die
Kollektoren können auch auf Flachdächern und an Fassaden angebracht
oder im Garten aufgestellt werden.
Für die Brauchwasser-Erwärmung
rechnet man pro Kopf mit 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche. Damit kann in
der Regel von Mai bis September der gesamte Bedarf an Warmwasser
abgedeckt werden, in den kälteren Monaten dient eine solarthermische
Anlage lediglich der Vorerwärmung des Wassers.
Baden und Duschen ohne an den Verbrauch von Heizenergie zu denken - das ist mit Solarwärme möglich
Grafik: Initiative Solarwärme Plus
Solarwärme kann zusätzlich auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. In diesem Fall wird eine kombinierte Anlage mit einer deutlich größeren Kollektorfläche und einem Speicher installiert. Derartige Solaranlagen eignen sich besonders für Häuser mit guter Wärmedämmung und modernen Heizsystemen.
KfW-Förderkredite für Ökologisches Bauen und Sanieren
Wer bei Neubau oder Sanierung auf erneuerbare Energien setzt, wird seit Februar 2006 noch stärker unterstützt. Um weitere Anreize für die Installation von alternativen Energie-Anlagen zu bieten, hat die KfW-Förderbank die Kreditzinssätze gesenkt und die Höchstbeträge der Förderung deutlich angehoben. So wird bei Neubauten im Rahmen des Programms „Ökologisch bauen“ der Einbau solarthermischer Anlagen für die Heizungsunterstützung bis maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit mit einem langfristigen, zinsgünstigen Darlehen mit Festzinssatz und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren gefördert.
Das KfW-Programm „Solarstrom erzeugen“ belohnt die Photovoltaik-Installation auf Neubau und Altbau mit Förderkrediten bis 50.000 Euro, größere Vorhaben können aus dem ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm bzw. aus dem KfW-Umweltprogramm mitfinanziert werden. Auch hier gelten günstige Zinssätze, die auf fünf oder zehn Jahre festgeschrieben werden, und lange Laufzeiten mit tilgungsfreien Anlaufjahren.
Solarkollektoren müssen nicht immer auf dem Dach angebracht sein:
An der Hausfassade können sie sogar die Funktion einer Markise
übernehmen.
Foto: Solvis
Attraktiv sind ebenfalls die Konditionen bei weiteren energetischen
Sanierungsmaßnahmen: Erstmals ist durch die Einführung einheitlicher
Förderhöchstbeträge von 50.000 Euro pro Wohnung eine Vollfinanzierung
aus Förderkrediten möglich. Das Kreditprogramm „Wohnen und
modernisieren“ unterstützt die Erneuerung der Heizungstechnik auf Basis
erneuerbarer Energien und verzichtet bei sog. ÖKO-PLUS-Maßnahmen auf
die übliche Bereitstellungsprovision. Wer seinen Altbau (Fertigstellung
bis zum 31.12.1983) komplett energetisch saniert und damit den
Energieverbrauch deutlich senkt, profitiert im Rahmen des
„KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramms“ von der zusätzlichen
Zinsverbilligung aus Bundesmitteln und einem Tilgungszuschuss, falls
der Altbau nach Sanierung das EnEV-Neubau-Niveau einhält.
Weitere Fördermaßnahmen
Noch bis zum 31.12.2006 läuft das „Marktanreizprogramm“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur Förderung erneuerbarer Energien. Im Rahmen des Bundesprogramms erhalten Privatpersonen und Freiberufler Zuschüsse für Solarkollektoranlagen zur Warmwasserbereitung bzw. zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung. Die Höhe orientiert sich an der Kollektorfläche, bezuschusst wird auch die Erweiterung bestehender Solaranlagen. Die BAFA gewährt darüber hinaus mit der sog. „Vor-Ort-Beratung“ Zuschüsse zur Energiesparberatung für Wohngebäude durch fachkundige Energieberater.
Weitere Förderprogramme in Form von zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen zu solarthermischen und Photovoltaik-Anlagen bieten die einzelnen Bundesländer sowie zahlreiche Kommunen und Energieversorgungsunternehmen. Erkundigen Sie sich beim Umweltamt oder der Energieberatungsstelle in Ihrer Stadt. Der Einsatz lohnt sich: Denn Energie sparen dank Solarkraft zahlt sich nicht nur langfristig für Ihre Haushaltskasse, sondern auch für die Umwelt aus.
