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Das Passivhaus - Haus mit Zukunft

Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, dessen Heizwärmebedarf nicht über 15 KWh/m² Wohnfläche pro Jahr liegt. Umgerechnet bedeutet dies die Freisetzung einer Kohlendioxid-Emission in der Größenordnung von ca. 4 kg/m² Wohnfläche pro Jahr. Die derzeit gültige Baunorm, die EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) legt allerdings nur Mindestanforderungen fest, was zur Folge hat, dass immerhin noch ca. 20 kg/m² pro Jahr an Emissionen freigesetzt werden.

Altbaubesitzern, bei denen die Emission bei 59 kg/m² pro Jahr liegt, kann kein Vorwurf wegen der enormen Umweltbelastung gemacht werden. Die umweltschädigende Wirkung des Kohlendioxids war damals nicht hinreichend bekannt. Im Gegensatz dazu muss sich der Bauherr von morgen schon Kritik gefallen lassen. Die Probleme der umweltschädigenden Emissionen stehen heutzutage nicht mehr zur Diskussion. Die Passivhaus-Technik verfolgt das Ziel, Gebäude überwiegend mit "passiven" Energiequellen zu beheizen. Diese Energiequellen sind ohnehin vorhanden, verursachen kein weiteres Kohlendioxid und keine laufenden Heizkosten. Der "aktive" Heizungsanteil wird auf ein Minimum reduziert und beschränkt sich auch nur auf die wenigen sehr frostigen Tage. Auf ein Einfamilienhaus umgerechnet heißt dies: Wir diskutieren über eine montierte Heizleistung in der Größenordnung einer Kaffeemaschine (ca. 2 KW). Das Resultat ist ein um 80 % reduzierter Heizverbrauch im Vergleich zur derzeitig gültigen Mindestnorm.

Anforderungen an ein Passivhaus

Die zurzeit gültigen DIN-Baunormen bilden zunächst einmal die Grundlage für jedes Bauwerk und somit auch für das Passivhaus. Ein entscheidender Faktor rückt dabei immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung: Die Außenhülle von Wohngebäuden muss wind- und luftdicht sein. Festzuhalten ist, dass mit den veralteten Sprüchen "Das haben wir schon immer so gemacht!" einer umweltbewussten Bauweise nicht gedient ist. Längst erprobte Erkenntnisse müssen von den Bauhandwerkern akzeptiert und in die Tat umgesetzt werden. Bei einem traditionell sehr konservativen Gewerk, wie es der Baubereich immer noch darstellt, ist es nicht leicht, solche Vorurteile abzubauen. Um die Angst vordem "Neuen" abzubauen, hilft es, sich bei Passivhaus-Bewohnern zu informieren. Passivhaus-Hersteller öffnen selbstverständlich gerne die Tür zu bewohnten Passivhäusern. Und die Bewohner plaudern ebenso gern aus dem "Nähkästchen".

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Passivhäuser sind Gebäude, die ein komfortables Innenklima ohne aktives Heizsystem mühelos erreichen. Das Passivhaus "heizt" und "kühlt" sich eben rein passiv (Adamson 1987 und Feist 1988).
Dies wird durch eine exzellente Dämmung und Dichtigkeit der Gebäudehülle erreicht. Dadurch erübrigt sich ein separates Heizsystem wie es  in herkömmlichen Gebäuden absolut notwendig ist. Der geringe Wärmebedarf wird gedeckt durch:

  • Wärmerückgewinnung aus der Luft
  • passiv-solare Zugewinne
  • interne Wärmequellen (Prozesswärme, z. B. Kühlschrank, Glühlampen oder Computer)

Mehrere Gründe sprechen dafür, sich mit dieser zukunftsorientierten und umweltbewussten Bauweise zu beschäftigen.

Erprobte und bewährte Technik

Hierzulande ist seit Ende der 80er Jahre die "Passivhaus-Technik" bekannt, die Dr. Wolfgang Feist entwickelt hat. Grundlage waren die Erkenntnisse des schwedischen Bauphysikers Prof. Bo Adamson. Mit der von Dr. Feist entwickelten Computer-Simulation kann berechnet werden, unter welchen Bedingungen Passivhäuser in unseren Breiten funktionieren. Mit der Passivhaus-Technik wurde ein entscheidender Meilenstein gesetzt. Die in unserer Region gebauten Objekte zeigen bereits heute, dass die sinnvolle Kombination - umweltbewusstes Bauen plus gesundes Wohnen - auf Dauer zu erheblichen Kostenreduzierungen beiträgt. Außerdem wird durch spezielle Förderprogramme die Passivhaus-Technik jedem Bauherrn leicht zugänglich gemacht.
Künftige Bauherrn können Zeichen setzen, damit unsere Kinder und deren Kinder nicht mit unkalkulierbaren Folgekostenkonfrontiert werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema:

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